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Sind Übernachtungen für Kinder sicher? Was Eltern wissen sollten

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Sind Übernachtungen für Kinder sicher? Was Eltern wissen sollten

Übernachtungen bei Freunden sind ein fester Bestandteil des Erwachsenwerdens und bieten Kindern die Möglichkeit, Freundschaften zu festigen, Selbstständigkeit zu entwickeln und bleibende Erinnerungen zu schaffen. Doch für viele Eltern bleibt die Frage: Sind Übernachtungen bei Freunden sicher für Kinder? Die ehrliche Antwort lautet: Übernachtungen bei Freunden können sicher sein, sind aber nicht risikofrei. In diesem Leitfaden gehen wir auf Sicherheitsstatistiken zu Übernachtungen bei Freunden, häufige Bedenken von Eltern sowie praktische Tipps ein, die dir dabei helfen sollen, zu entscheiden, ob, wann und wie dein Kind an Übernachtungen teilnehmen sollte.

WICHTIGE ERKENNTNISSE

  • Was für eine Familie oder ein Kind richtig ist, muss nicht unbedingt das Beste für eine andere Familie oder ein anderes Kind sein.
  • Eltern sollten Gastgeberfamilien oder -organisationen im Voraus Fragen zur Sicherheit stellen.
  • Das Wissen über die Risiken sexuellen Kindesmissbrauchs hilft Familien, sicherere Entscheidungen zu treffen.
  • Jede Übernachtung oder Übernachtungsaktivität sollte individuell geprüft werden.
  • Kindern persönliche Sicherheitskompetenzen und Grenzen beizubringen, ist eine der wirksamsten Methoden, um Risiken zu verringern.
  • Es gibt Alternativen zu Übernachtungen (wie Spieltreffen am späten Abend), die ähnliche Vorteile bei geringerem Risiko bieten können.
  • Offene, kontinuierliche Gespräche sind unerlässlich, damit Kinder sich wohlfühlen, sich zu äußern, wenn ihnen etwas seltsam vorkommt.

Sind Übernachtungen für Kinder sicher?

Übernachtungen bei Freunden können für Eltern echte Bedenken aufwerfen, insbesondere was Sicherheit und Aufsicht angeht. Viele Erziehungsberechtigte quälen sich mit Fragen wie: „Soll ich meinem Kind erlauben, bei einem/r Freund/in zu übernachten?“ und „Sind Übernachtungen sicher?“ Diese Fragen sind zwar nicht leicht zu beantworten, aber es lohnt sich, sie zu stellen, um zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beizutragen.

Zwar können Übernachtungen unter den richtigen Bedingungen sicher sein, doch bergen sie besondere Risiken, die beim Spielen am Tag nicht immer bestehen. Übernachtungen sind oft weniger strukturiert, finden in altersgemischten Gruppen statt und gehen mit Phasen verminderter Aufsicht einher. Diese Faktoren können die Verletzlichkeit eines Kindes erhöhen, insbesondere wenn Erwachsene nicht vollständig wissen, wer anwesend ist oder wie sich die Interaktionen entwickeln.

Das Dragonfly Centre, eine Organisation, die sich für die Unterstützung von Betroffenen sexueller Gewalt einsetzt, beschreibt, wie Übernachtungen großartige Möglichkeiten für die soziale Entwicklung, den Aufbau von Vertrauen, gesteigerte Kreativität und mehr Eigenverantwortung bieten. Es weist jedoch auch darauf hin, dass Übernachtungen Heimweh, die Konfrontation mit widersprüchlichen Familienwerten, emotionalen Stress und die Möglichkeit sexuellen Missbrauchs mit sich bringen können. Diese Bedenken sind berechtigt und sollten ernst genommen werden.

Das Risiko für Missbrauch steigt in Situationen, in denen potenzielle Täter/innen Zugang zu Kindern haben, wenig Aufsicht vorhanden ist und Gelegenheiten für unbeobachtete Kontakte entstehen.

Zwar ist es unmöglich, alle Risiken zu beseitigen, die mit Übernachtungen und anderen Aktivitäten mit Übernachtung für Kinder und Jugendliche verbunden sind, doch können Eltern und Betreuer proaktive, praktische Maßnahmen ergreifen, um fundierte Entscheidungen zu treffen, klare Erwartungen zu formulieren und ihren Kindern die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie benötigen, um sicher zu bleiben.

Statistiken zu Übernachtungen, die Eltern kennen sollten

Ein Verständnis des größeren Zusammenhangs rund um sexuellen Kindesmissbrauch kann Eltern dabei helfen, fundiertere Entscheidungen über Übernachtungen und andere Aktivitäten mit Übernachtung zu treffen.

Viele Eltern gehen davon aus, dass ihr Kind in Sicherheit ist, weil sie die Gastgeberfamilie kennen oder den beteiligten Erwachsenen vertrauen. Untersuchungen zeigen jedoch immer wieder, dass der Großteil des sexuellen Missbrauchs von Kindern von jemandem begangen wird, den das Kind kennt und dem es vertraut.1 Dazu können Familienmitglieder, Freunde der Familie, ältere Kinder oder andere vertraute Personen im häuslichen Umfeld oder im sozialen Umfeld gehören. Missbrauch durch Fremde, der in den Medien oft hervorgehoben wird, macht nur einen viel geringeren Anteil der Fälle aus.

Weitere wichtige Erkenntnisse, die Eltern als Orientierungshilfe dienen können, sind unter anderem:

  • Über die Hälfte der Betroffenen gibt an, von anderen Jugendlichen missbraucht worden zu sein.2
  • Kinder mit Behinderungen sind dreimal häufiger von sexuellem Missbrauch betroffen.3
  • Mädchen sind häufiger von sexuellem Missbrauch betroffen als Jungs.4
  • In den USA sind ethnische Minderheiten häufiger von sexuellem Missbrauch in der Kindheit betroffen als im nationalen Durchschnitt.5
  • LGBTQIA+-Jugendliche sind fast viermal häufiger von sexuellem Missbrauch in der Kindheit betroffen als ihre Altersgenossen.6
Zwar gibt es derzeit keine einzelne Statistik, die Übernachtungen als primären Risikofaktor herausstellt, doch sind diese Erkenntnisse direkt relevant für den Umgang von Familien mit Übernachtungsveranstaltungen. Eine sorgfältige Vorbereitung, offene Kommunikation und klare Grenzen sind wichtig. Sich Zeit zu nehmen, um die Risikofaktoren zu verstehen, zu klären, wer anwesend sein wird und wie die Aufsicht gestaltet ist, sowie sicherzustellen, dass sich dein Kind wohlfühlt, seine Meinung zu äußern, kann einen entscheidenden Unterschied machen.

Ab welchem Alter sind Übernachtungen bei Freunden angemessen?

Es gibt kein allgemein „richtiges“ Alter, ab dem ein Kind bei Freunden übernachten kann. Die Bereitschaft hängt weniger von einer bestimmten Alterszahl ab als vielmehr von einer Kombination aus entwicklungsbezogenen und emotionalen Faktoren, die bei jedem Kind individuell sind. Am wichtigsten ist, dass sowohl die Eltern als auch das Kind sich sicher fühlen, eine Übernachtung sicher zu meistern.

Zu den wichtigsten zu berücksichtigenden Faktoren gehören:

EMOTIONALE FÄHIGKEIT

Kann dein Kind spüren und sich ausdrücken, wenn etwas nicht stimmt? Hat es das Selbstvertrauen, Unbehagen oder Bedenken darüber zu äußern, an einem Ort zu bleiben?

KOMMUNIKATIONSFÄHIGKEITEN

Weiß dein Kind, wie es einen Erwachsenen seines Vertrauens um Hilfe bitten kann? Kann es seine Bedürfnisse klar zum Ausdruck bringen und in unangenehmen Situationen auch „Nein“ sagen?

VERSTÄNDNIS VON GRENZEN

Hat dein Kind ein grundlegendes Verständnis für den Thema Körpersicherheit, einschließlich des Begriffs der Intimbereiche, der Einwilligung und des Unterschieds zwischen sicherer und unsicherer Berührung?

Man sollte bedenken, dass die Bereitschaft eines Kindes je nach Situation unterschiedlich sein kann. Ein Kind ist vielleicht bereit für eine Übernachtung bei einem/r engen Freund/in der Familie, aber nicht für eine Übernachtung in einer großen Gruppe oder eine Veranstaltung mit mehreren unbekannten Teilnehmer/innen.Beurteile jede Gelegenheit einzeln, um sicherzustellen, dass sich dein Kind bereit und sicher fühlt.

Warum manche Eltern Übernachtungen vermeiden

In den letzten Jahren haben sich einige Eltern dafür entschieden, Übernachtungen bei Freunden gänzlich zu vermeiden. Diese Entscheidung beruht oft auf Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, der Aufsicht und der Unvorhersehbarkeit in fremden Haushalten.

Eltern, die Übernachtungen bei Freunden ablehnen, haben möglicherweise Bedenken hinsichtlich:

  • ihrer Fähigkeit, die Umgebung oder den Grad der Aufsicht zu kontrollieren.
  • der Ungewissheit darüber, wer sonst noch anwesend sein wird (einschließlich älterer Geschwister oder Besucher/innen).
  • Bedenken hinsichtlich der Konfrontation mit unangemessenen Inhalten (z. B. Medien, Internetzugang).
  • Das höhere Risiko von Missbrauch, das mit weniger beaufsichtigten Umgebungen einhergeht

Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Entscheidung auf einem Spektrum liegt. Manche Familien vermeiden jegliche Übernachtungen, während andere sie nur unter ganz bestimmten Bedingungen zulassen (z. B. bei der unmittelbaren Familie oder bei langjährigen, vertrauenswürdigen Freunden). Beide Entscheidungen sind legitim.

Die Entscheidung, Übernachtungen zu vermeiden, bedeutet nicht, die soziale Entwicklung eines Kindes einzuschränken. Viele Familien finden alternative Wege, um ähnliche Erfahrungen zu ermöglichen, wie z. B. „Late-Overs“ (bei denen Kinder länger bleiben, aber zum Schlafen nach Hause zurückkehren), Familienübernachtungen (bei denen ein Elternteil dabei bleibt) oder strukturierte Übernachtungsprogramme mit klaren Aufsichtspflichten.

Letztendlich ist die beste Entscheidung, die Eltern in Bezug auf Übernachtungen treffen können, eine bewusste und fundierte Entscheidung. Was für eine Familie oder ein Kind funktioniert, muss für eine andere Familie oder ein anderes Kind nicht unbedingt funktionieren. Risiken zu verstehen, darauf vorbereitet zu sein, im Falle eines Vorfalls effektiv zu reagieren, und Entscheidungen zu treffen, die dem Komfortniveau der Familie entsprechen, ist der beste Weg.

Fragen, die Eltern vor einer Übernachtung stellen sollten

Wenn du dich dafür entscheidest, eine Übernachtung zuzulassen, gibt es Maßnahmen, mit denen du mögliche Risiken minimieren kannst. Die Child Rescue Coalition empfiehlt beispielsweise, sich im Vorfeld zu informieren. Eine offene und respektvolle Kommunikation mit den Gasteltern kann Klarheit schaffen und Erwartungen festlegen. Auch wenn es anfangs vielleicht unangenehm ist, solche Fragen zu stellen, können dir die Antworten das nötige Wissen liefern, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Stelle beispielsweise folgende Fragen:

Wer wird die Kinder beaufsichtigen?
Wird ein Erwachsener anwesend sein, der den ganzen Abend über aufmerksam ist und die Gruppe aktiv im Auge behält?

Wer wird sich sonst noch im Haus aufhalten?
Sind ältere Geschwister, weitere Familienmitglieder oder Besucher/innen anwesend?

Wie viele Kinder werden teilnehmen?
Größere Gruppen können die Beaufsichtigung erschweren.

Wo werden die Kinder schlafen?
Werden sie sich in einem gemeinsamen, offenen Raum aufhalten oder auf verschiedene Zimmer verteilt sein?

Wie lauten die Hausregeln in Bezug auf Privatsphäre und Grenzen?
Werden beispielsweise die Türen offen gehalten? Gibt es Richtlinien zum Umziehen oder zur Benutzung der Badezimmer?

Wie sieht der Plan für die Nutzung von elektronischen Geräten aus?
Haben die Kinder Zugang zu Handys, Tablets oder dem Internet? Gibt es Einschränkungen bei der Nutzung elektronischer Geräte?

Welche Aktivitäten sind geplant?
Wenn du den Ablauf des Abends kennst, kannst du die Aufsicht und die Angemessenheit der Aktivitäten besser einschätzen.

Wie kann ich dich erreichen?
Stelle sicher, dass du zuverlässige Kontaktdaten hast und dein Kind dich bei Bedarf erreichen kann.

Es gehört zu den Aufgaben einer Betreuungsperson, sich umfassend über die Veranstaltung zu informieren, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Wenn du diese Fragen als Teil deiner üblichen Sicherheitsroutine formulierst, wirkt das Gespräch natürlicher.

Wenn dir der Einstieg in dieses Gespräch schwerfällt, versuche es doch einmal so:

„Hey! Vielen Dank, dass du meinen Sohn/meine Tochter dieses Wochenende zum Übernachten eingeladen hast. Immer wenn er/sie über Nacht wegbleibt, planen wir gerne im Voraus, damit alle auf dem gleichen Stand sind. Stört es dich, wenn ich dir ein paar Fragen stelle?“

ÜBERNACHTUNGEN SICHER PLANEN

Mit der obigen Fragenliste fühlst du dich hoffentlich besser gerüstet, um alles Nötige zu erfragen, bevor du dein Kind zu einer Übernachtungsparty schickst – aber bist du auch bereit, diese Fragen selbst zu beantworten? Wenn du der/die Gastgeber/in bist, egal ob es sich um ein Kind oder eine ganze Gruppe handelt, solltest du bereit sein, die Verantwortung für jedes Kind in deinem Haus zu übernehmen.

Beginne damit, im Voraus klar mit den Eltern der Gäste zu kommunizieren. Teile ihnen mit, wer im Haus sein wird, wie der Abend verlaufen soll und wie die Kinder beaufsichtigt werden. Transparenz hilft, Vertrauen aufzubauen und stellt sicher, dass alle auf dem gleichen Stand sind.

Achte während der Übernachtung besonders auf eine aktive Beaufsichtigung. Ein/e verantwortungsbewusste/r Erwachsene/r sollte während der gesamten Veranstaltung anwesend, aufmerksam und erreichbar sein. Lege mit den Kindern einfache, klare Erwartungen in Bezug auf Grenzen, gemeinsame Räume und respektvolles Verhalten fest.

Stelle vor allem sicher, dass jedes Kind weiß, dass es zu dir kommen kann, wenn es sich unwohl fühlt, und dass es seine Bezugsperson jederzeit kontaktieren kann. Das Schaffen dieses Gefühls von Sicherheit und Offenheit trägt zu einer Übernachtung bei, die sowohl sicher als auch unterhaltsam ist.

Eine Sicherheitscheckliste für Übernachtungen bei Freunden

Bevor du einer Übernachtung zustimmst, kann dir eine kurze Checkliste dabei helfen, eine wohlüberlegte und fundierte Entscheidung zu treffen.

VOR DER ÜBERNACHTUNG:
  • Kenne ich die Gastfamilie gut?
  • Habe ich direkt mit der verantwortlichen Aufsichtsperson gesprochen?
  • Ist mir klar, wer sich im Haus aufhalten wird?
  • Bin ich mit dem Umfang der Aufsicht einverstanden?
  • Hat mein Kind gezeigt, dass es dazu bereit ist?
LOGISTIK:
  • Weiß mein Kind, wie es mich erreichen kann?
  • Habe ich die Kontaktdaten der Gastfamilie?
  • Gibt es einen klaren Plan für die Schlafplätze?
  • Gibt es Richtlinien für die Nutzung von elektronischen Geräten?
SICHERHEITSHINWEISE:
  • Gibt es klare Erwartungen hinsichtlich Privatsphäre und Grenzen?
  • Werden die Kinder beaufsichtigt?
  • Fühlt sich mein Kind wohl dabei, sich zu äußern, wenn ihm etwas nicht richtig erscheint?
NOTFALLPLAN:
  • Kann mein Kind jederzeit nach Hause kommen?
  • Bin ich darauf vorbereitet, angemessen zu reagieren, falls etwas passiert?

Wenn du bei mehreren Punkten zögerst, lohnt es sich vielleicht, die Übernachtung noch einmal zu überdenken oder weitere Informationen einzuholen.

Warnsignale bei Übernachtungen, die Eltern nicht ignorieren sollten

Während manche Übernachtungen reibungslos verlaufen, bringen andere Herausforderungen mit sich, die nicht immer offensichtlich sind – im Sinne dieses Abschnitts bezeichnen wir diese Herausforderungen als Warnsignale. Warnsignale können vor, während oder nach einer Übernachtung auftreten, und während für das eine oder andere Anzeichen eine plausible Erklärung vorliegen mag, verdienen Muster oder anhaltende Bedenken deine Aufmerksamkeit. Sich dieser Signale bewusst zu sein – insbesondere wenn Kinder im Übergang zum Teenageralter beginnen, mehr Zeit außerhalb des Elternhauses zu verbringen – kann Eltern helfen, frühzeitig und umsichtig zu reagieren.

Achte auf einige der folgenden Warnsignale, die in Situationen mit erhöhtem Risiko auftreten können:

Vorher:

  • Der/Die Gastgeber/in kann keine klaren Angaben zur Aufsicht machen.
  • Der/Die Gastgeber/in erwähnt andere Erwachsene oder ältere Kinder, die anwesend sein werden und die du nicht gut kennst.
  • Dein Kind wirkt ungewöhnlich zögerlich.

Währenddessen:

  • Dein Kind bittet plötzlich darum, nach Hause zu kommen.
  • Die Pläne für die Übernachtung haben sich geändert, ohne dass dir jemand davon erzählt hat.
  • Du kannst den/die aufsichtführende Erwachsene nicht erreichen.

Nachher:

  • Dein Kind entwickelt neue Ängste oder vermeidet den Umgang mit dem Gastgeberhaushalt.
  • Dein Kind zeigt Verhaltensweisen, die für ihr/sein Alter untypisch sind (Bettnässen, Anhänglichkeit usw.).
  • Dein Kind leidet unter Schlafstörungen.
  • Dein Kind zieht sich von Freunden, Familie und/oder Hobbys zurück.
  • Dein Kind beginnt, altersunangemessene Ausdrücke in Bezug auf den Körper oder Sex zu verwenden.
  • Dein Kind zögert, über die Übernachtung oder das Übernachtungsereignis zu sprechen.
Eine Häufung solcher Veränderungen rechtfertigt ein ruhiges Gespräch und, falls nötig, die Unterstützung durch eine ausgebildete Fachkraft. Wenn du Missbrauch vermutest, wende dich an die örtlichen Behörden oder das Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“ unter 0800 22 55 530.

Übernachtungsaktivitäten außerhalb von Übernachtungspartys

Übernachtungen sind nicht die einzigen Situationen, in denen Kinder außerhalb ihres Zuhauses übernachten. Viele andere Aktivitäten weisen ähnliche Dynamiken auf und sollten mit derselben Sorgfalt behandelt werden.

Dazu gehören:

  • Ferienlager der Kirche
  • Pfadfinder- oder Outdoor-Abenteuerausflüge
  • Schulausflüge mit Übernachtung
  • Sportturniere oder Auswärtsspiele
  • Akademische oder außerschulische Camps

In diesen Umgebungen gibt es oft größere Gruppen, mehrere beaufsichtigende Erwachsene und ein festgelegtes Programm. Auch wenn Übernachtungsaktivitäten positive und bereichernde Erfahrungen sein können, bringen sie doch zusätzliche Variablen mit sich, wie gemeinsame Schlafunterkünfte, wechselnde Aufsichtspersonen und unbekannte Erwachsene oder Gleichaltrige.

Beachte bei der Bewertung dieser Angebote folgende Fragen:

  • Wie lauten die Aufsichtspflichten der Organisation?
  • Werden erweiterte Führungszeugnisse für erwachsene Betreuer/innnen angefordert?
  • Welche Regeln gelten für den Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern?
  • Wie sind die Schlafunterkünfte organisiert? Müssen sich Kinder ein Bett teilen?
  • Welche Verfahren gibt es für die Meldung von Bedenken
Obwohl viele Jugendorganisationen in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen haben, um gegen sexuellen Missbrauch von Kindern vorzugehen, liegt die Verantwortung für die Prävention letztendlich bei allen beteiligten Erwachsenen – einschließlich der Eltern. Proaktive Fragen zu stellen, Kindern beizubringen, dass Sicherheitserwartungen in allen Übernachtungssituationen gelten, und hohe Standards von den Jugendorganisationen einzufordern, hilft allen Kindern.

Regeln für Übernachtungspartys für Kinder

Wenn du deinem Kind klare, einfache Regeln vermittelst, kannst du sie/ihn dabei unterstützen, Übernachtungen sicherer zu meistern. Diese Richtlinien sollten altersgerecht sein und regelmäßig bekräftigt werden.

Hier sind einige Tipps, die du deinem Kind vermitteln kannst:

01
Du kannst jederzeit anrufen oder darum bitten, nach Hause zu kommen.
Stelle sicher, dass dein Kind weiß, dass es dich jederzeit und aus jedem Grund kontaktieren kann, ohne Angst haben zu müssen, Ärger zu bekommen.
02
Vertraue deinem Bauchgefühl.
Wenn sich etwas „komisch“, unangenehm oder verwirrend anfühlt, ist es in Ordnung, sich aus der Situation zurückzuziehen, Hilfe zu suchen oder zu Hause anzurufen.
Maya hatte viel Spaß bei einer Übernachtungsparty mit ihren Freunden, aber im Laufe des Abends kam ihr etwas seltsam vor. Der Vater ihrer Freundin taumelte durch das Haus, sprach undeutlich und benahm sich unberechenbar. Auch wenn nichts passierte, konnte sie ihr ungutes Gefühl nicht abschütteln. Sie erinnerte sich daran, dass sie ihrem Bauchgefühl vertrauen sollte und dass ihre Eltern ihr gesagt hatten, sie könne jederzeit anrufen. Leise ging sie ins Badezimmer und rief zu Hause an. Innerhalb weniger Minuten waren sie auf dem Weg. Maya war froh, dass sie ihrem Bauchgefühl vertraut und ihre Eltern kontaktiert hatte, als sich etwas nicht richtig anfühlte.
03
Bleib in gemeinsamen, gut einsehbaren Räumen.
Ermutige dein Kind, es zu vermeiden, mit anderen – auch mit einem anderen Kind – allein in privaten Bereichen zu sein.
04
Schutz der Privatsphäre.
Verdeutliche, dass die Intimbereiche von anderen nicht berührt werden dürfen und dass sie nicht aufgefordert werden sollten, die Intimbereiche anderer zu berühren.
05
Nein sagen und Hilfe holen.
Einfache Sätze wie „Das gefällt mir nicht“ oder „Ich hole einen Erwachsenen“ üben.
06
Geheimnisse vermeiden.
Hilf deinem Kind, den Unterschied zwischen Überraschungen (die vorübergehend sind und Spaß machen) und Geheimnissen (die mit Druck oder Unbehagen verbunden sein können) zu verstehen.
07
Technologie sicher nutzen.
Sprecht über Grenzen beim Teilen von Fotos, beim Versenden von Nachrichten und beim Zugriff auf Inhalte.

Rollenspielszenarien können besonders hilfreich sein. Das Üben, was man in verschiedenen Situationen sagen und tun sollte, stärkt das Selbstvertrauen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind handelt, wenn etwas nicht stimmt.

Ziehe die folgenden Rollenspiele in Betracht:

FÜR JÜNGERE KINDER
  • Stell dir vor, du spielst gerade, und jemand kitzelt dich weiter, obwohl du schon „Stopp“ gesagt hast. Was würdest du sagen? Was könntest du als Nächstes tun?
  • Was ist, wenn jemand versucht, ins Badezimmer zu kommen, während du es benutzt oder dich umziehst?
  • Was ist, wenn ein Freund dich bittet, ein Geheimnis für dich zu behalten? Welche Geheimnisse darf man nicht für sich behalten?
  • Wenn du nachts aufwachst und Angst hast oder dich unwohl fühlst, was kannst du tun? An wen kannst du dich wenden?
FÜR ÄLTERE KINDER/JUGENDLICHE
  • Was wäre, wenn deine Freunde Pornos oder andere explizite Inhalte anschauen wollten? Was würdest du in dieser Situation tun?
  • Stell dir vor, ein/e Freund/in zeigt dir ein Nacktfoto einer/s Klassenkameradin/en. Wie würdest du reagieren? Was wäre, wenn alle deine Freunde es für eine gute Idee hielten, dieses Bild an andere weiterzuschicken?
  • Was würdest du tun, wenn ein/e Freund/in dich dazu herausfordern würde, deinem Schwarm ein Nacktfoto zu schicken?
  • Gibt es jemals einen guten Grund, sich hinter verschlossenen Türen aufzuhalten? Hängt es davon ab, mit wem du zusammen bist? (Überraschung: Nein, tut es nicht.)
  • Was wäre, wenn du dich unwohl fühlst und nach Hause gehen möchtest, aber nicht unhöflich oder unbeholfen wirken willst?

Übernachtungen bei Freunden können für Kinder bereichernde und schöne Erlebnisse sein, erfordern jedoch eine bewusste Planung und offene Kommunikation. Indem Eltern die Risiken verstehen, wohlüberlegte Fragen stellen und ihren Kindern praktische Fähigkeiten vermitteln, können sie das Risiko von Gefahren erheblich verringern.

Es gibt keine allgemeingültige Antwort, wenn es um Übernachtungen und andere Veranstaltungen mit Übernachtung geht. Manche Familien entscheiden sich dafür, diese unter klaren Sicherheitsvorkehrungen zuzulassen, während andere beschließen, sie gänzlich zu vermeiden. Beide Ansätze können sinnvoll sein, wenn sie auf einer fundierten Entscheidung beruhen. Am wichtigsten ist es, sicherzustellen, dass Kinder sich gestärkt fühlen, Eltern engagiert bleiben und Gespräche über Grenzen und Schutz kontinuierlich geführt werden und nicht nur einmalig stattfinden.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Übernachtungen

Fragen zur Sicherheit bei Übernachtungen, zu den damit verbundenen Risiken und zu den zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen werden unter Erziehungsberechtigten immer häufiger gestellt. Dieser FAQ-Bereich bietet klare, praktische Antworten auf einige der Bedenken, die Eltern am häufigsten in Bezug auf Übernachtungen und andere Aktivitäten mit Übernachtung äußern. Ganz gleich, ob du Entscheidungen für deine eigene Familie triffst oder jemand anderen dabei unterstützt – diese Informationen können dir helfen, Entscheidungen mit mehr Klarheit, Selbstvertrauen und fundiertem Wissen zu treffen.

Weitere Ressourcen entdecken

Weltweit engagieren sich zahlreiche Organisationen für die Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch und bieten Eltern und anderen Betreuungspersonen die notwendigen Informationen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Die folgenden Ressourcen beleuchten einige der wirkungsvollen Initiativen, die durch Forschung, Aufklärung, Interessenvertretung und gesellschaftliches Engagement umgesetzt werden. Jede dieser Organisationen leistet einen wertvollen Beitrag mit Ressourcen und Erkenntnissen, die Sapreas Mission ergänzen, Menschen zu stärken und Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen.

Child Rescue Coalition

Die "Child Rescue Coalition" ist eine gemeinnützige Organisation, die Kinder vor sexuellem Missbrauch schützt, indem sie Technologien für Strafverfolgungsbehörden entwickelt, mit denen Täter/innen identifiziert, festgenommen und strafrechtlich verfolgt werden können. Nach eigenen Angaben hat ihre Technologie bis heute den Missbrauch von über 750.000 Kindern in 102 Ländern weltweit verhindert. Saprea bewundert ihr Engagement und ihre Innovationen zum Schutz von Kindern.

Dragonfly Centre

Das "Dragonfly Centre" setzt sich seit 2014 dafür ein, die Widerstandsfähigkeit kanadischer Gemeinden wiederherzustellen. Als in Alberta ansässige Organisation unterstützt das Dragonfly Centre Betroffene sexueller Gewalt, indem es Einzelpersonen, Familien und Gemeinden spezialisierte Beratung, Interessenvertretung, Krisenhilfe und Aufklärung bietet. Ihre Arbeit basiert auf Gleichberechtigung, Würde und der Kraft gemeinsamer Widerstandsfähigkeit.

5 Wege, um mit ungesunden sexuellen Verhaltensweisen umzugehen

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5 Wege, um mit ungesunden sexuellen Verhaltensweisen umzugehen

Hier sind ein paar verschiedene Szenarien: Dein Kind hat dir gerade eine Frage zu einem ungesunden oder schädlichen Sexualverhalten gestellt. Es hat ein ungesundes oder schädliches Sexualverhalten aufgewiesen. Dein Kind gesteht, dass es sich bei jemandem unwohl gefühlt hat und es möchte sich dir anvertrauen.

In jedem dieser drei Szenarien solltest du darauf achten, dass du nicht reagierst, sondern mehr darauf eingehst und agierst.

Was ist der Unterschied und warum ist es wichtig?

Wenn du reagierst, geschieht deine Handlung ohne Nachdenken; du sagst oder tust Dinge, die im Moment geschehen und den Emotionen basieren, die du fühlst und am Ende sagst du oder tust du etwas, das du bereust. Wenn du agierst, führt dies zu einem offenen Gespräch und fördert das Vertrauen zwischen dir und deinem Kind.

Hier sind fünf Möglichkeiten, wie du auf dein Kind eingehen kannst, wenn es Fragen zu oder Probleme mit ungesundem Sexualverhalten hat:

01

ATME TIEF DURCH

Dies wird dir einen Moment schenken, indem du verarbeiten kannst, was passiert und dir helfen zu entscheiden, wie du mit der Situation umgehen wirst.

02

ACHTE AUF EMOTIONEN

Es mag sein, dass dein Kind nervös oder aufgeregt ist, gehe sensibel und vorsichtig damit um. Deine eigenen Emotionen können hochkochen, aber du musst sie unter Kontrolle halten. Es ist wichtig, dass du kontrolliert und liebevoll reagierst, damit dein Kind nicht verstummt. Das schlimmste Szenario ist eine hochemotionale Reaktion, die dein Kind lehrt, beim nächsten Problem nicht mit dir sprechen zu wollen.

03

HÖRE ZU

Es ist schwierig zuzuhören, besonders wenn du die Details lieber nicht hören würdest, die dein Kind sagt oder fragt. Unterbrich es nicht, lass es so viel reden, wie es will, bevor du antwortest.

04

VALIDIERE DEIN KIND

Erkenne an, wie schwer es für dein Kind ist und wieviel Mut es erfordert mit dir über diese Themen zu reden. Lass es wissen, wie sehr du sein Vertrauen in dich schätzt. Versichere deinem Kind, dass du da bist, um zu helfen und dass du nicht urteilst.

05

ERWARTUNGEN SETZEN ODER VERSTÄRKEN

Wenn du versuchst, ein ungesundes Verhalten zu verhindern, stelle die entsprechenden Richtlinien auf oder unterstreiche sie. Wenn du versuchst, den Kontakt mit etwas oder einer bestimmten Person zu begrenzen, informiere sie über diese Veränderung. Wenn du vorhast, sie von der Person fernzuhalten, bei der sich dein Kind unwohl gefühlt hat, dann sei ehrlich mit ihm.
Wenn du lernst, auf diese Art von Gesprächen einzugehen, anstatt zu reagieren, wirst du einen fortlaufenden und offenen Dialog mit deinem Kind über gesundes und ungesundes Sexualverhalten führen können. Das ist eines der wichtigsten Dinge, die du tun kannst, um dein Kind vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Es öffnet auch die Tür für dein Kind, zu dir zu kommen und dir zu vertrauen, wenn es Fragen über Sex hat, anstatt sich auf andere zu verlassen. Diese Gespräche mögen dir anfangs unangenehm sein, aber vergewissere dich, dass du weitermachst! Sie sind wichtig für dein Kind und für dich und werden euch beiden zugutekommen.

Lehrer und Erzieher können helfen, sexuellen Missbrauch zu verhindern

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Lehrer und Erzieher können helfen, sexuellen Missbrauch zu verhindern

Auch wenn die Eltern den größten Einfluss auf das Leben eines Kindes haben, was die Erziehung zu einer gesunden sexuellen Entwicklung und die Reduzierung des Risikos von sexuellem Missbrauch angeht, spielen auch viele Erwachsene im Leben eines Kindes eine entscheidende Rolle – vor allem Lehrer und Erzieher. Sie haben das Potenzial, ein wichtiges Sicherheitsnetz für Kinder zu sein, die ein hohes Risiko für sexuellen Missbrauch zu Hause haben.

In den Vereinigten Staaten gibt es in jedem Bundesstaat Gesetze, die bestimmte Fachkräfte (wie Lehrer und Erzieher) dazu verpflichten, einen Verdacht auf Kindesmissbrauch zu melden. Informiere dich über die Gesetze in deinem Land und finde heraus, was deine Pflicht ist. Diese, zusätzlich zu den Richtlinien deiner Schule, geben dir eine gute Grundlage dafür, was zu tun ist, wenn du Bedenken hast, dass ein Kind missbraucht wird.

Aber was kannst du sonst noch tun? Gibt es Möglichkeiten, wie du Anzeichen sexuellen Missbrauchs erkennen kannst? Kannst du eine Umgebung im Klassenzimmer schaffen, die das Risiko reduziert? Woher weißt du, was du sagen sollst und wann du es sagen sollst, um einem Kind zu helfen? Im Folgenden findest du sieben Tipps, wie du das Risiko von sexuellem Missbrauch für deine Schüler reduzieren kannst:

01

FAKTEN KENNEN

Es gibt viel Fehlinformationen über den sexuellen Missbrauch von Kindern, deshalb ist es wichtig, dass du die Fakten kennst. Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen wird am ehesten von jemandem sexuell missbraucht, den sie kennen und dem sie vertrauen. Viel zu oft geschieht der Missbrauch innerhalb der eigenen vier Wände. Das bedeutet, dass die Schule einer der einzigen sicheren Orte für das Kind sein kann, egal ob du es erkennst oder nicht. Sexueller Missbrauch betrifft Kinder aller Nationalitäten, Religionen, sozioökonomischer Schichten und jeden Alters. Wenn du glaubst, dass es die Kinder deiner Schule nicht betrifft, liegst du falsch. Es ist auch wichtig, dass du die Anzeichen kennst und weißt, dass ein Kind ein schädliches sexuelles Verhalten aufweisen kann und zu einem Täter für andere Kinder werden könnte.

Sich mit genauen Informationen zu wappnen, kann einen großen Unterschied in deinem Klassenzimmer und deiner Schule machen. Wenn du auf Fehlinformationen stößt, kannst du eingreifen und die Missverständnisse korrigieren. Dies wird dir auch helfen, das Stigma dieses Themas zu reduzieren und die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit dieser Thematik unter deinen Kollegen zu verdeutlichen.

02

ALTERSGEMÄSSE SEXUELLE ENTWICKLUNG

Je nach Alter und Reife eines Kindes kannst du ein Gespür für Muster einer gesunden sexuellen Entwicklung haben und dafür, was für Schüler in deinem Jahrgang normal ist und was nicht. Dies kann dir helfen, die Anzeichen von sexuellem Missbrauch zu erkennen, besonders, wenn die Anzeichen von ungesundem oder schädlichem Sexualverhalten darauf hindeuten, dass das Kind sexuell missbraucht wurde. Du kannst auch das Risiko verringern, dass ein Kind gefährliches Sexualverhalten ausübt, wenn du die Anzeichen dafür erkennst. Wir haben Blogbeiträge mit Informationen über typisches Sexualverhalten für jedes Alter. Denke daran, dass sich nicht alle Kinder im gleichen Tempo entwickeln und dass Dinge wie Reife, geistige oder körperliche Behinderungen und die Umgebung, in der sie aufwachsen, ihre Entwicklung ebenfalls stark beeinflussen können.

Wenn du mit dem Wissen ausgestattet bist, was für das Alter deine Schüler normal ist, wird es dir einfacher fallen, zu erkennen, wenn jemand nicht auf dem gleichen Entwicklungsstand ist. Das allein ist noch kein Anzeichen für sexuellen Missbrauch, aber wenn es mit anderen Faktoren kombiniert wird, kann es bewirken, dass du Fragen stellst, es meldest oder dich für ein Kind einsetzt, das Hilfe braucht.

03

EMOTIONSREGULIERUNG FÖRDERN

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Kind sexuell missbraucht wird. Einige dieser Faktoren können bekämpft werden, wenn ein Kind die Fähigkeit erlernt, seine Emotionen zu regulieren. Emotionsregulierung ist die Fähigkeit, auf die Emotionen, die man in einer bestimmten Situation empfindet, auf eine gesund zu reagieren. Als Erwachsene üben wir diese Fähigkeit oft, Kinder müssen diese Fähigkeit erst entwickeln. Reaktionen wie Wutanfälle, Schreien oder Nervenzusammenbrüche sind Hinweise darauf, dass ein Kind Schwierigkeiten hat, seine Emotionen zu regulieren. Je nach Alter deiner Schüler kannst du in deiner Klasse Regeln einführen, die ihnen helfen, Zeit und Raum zu haben, um mit überwältigenden Gefühlen umzugehen.

Einige Ideen sind, dass du ihnen „Zeit für sich“ gibst, um darüber nachzudenken, was sie fühlen und wie sie mit diesen Emotionen auf eine für die Klasse angemessene Art und Weise umgehen können (stelle sicher, dass sich das nicht wie eine Bestrafung anfühlt, sonst könnte es das Problem verschlimmern). Du könntest unser Rad der Emotionen nutzen und ihnen helfen, ihre Gefühle zu identifizieren, damit sie darüber sprechen können oder du kannst sie bitten, ihre Gefühle in Form eines Aufsatzes oder einer Geschichte aufzuschreiben, je nachdem wie alt sie sind.

Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle auf sichere Art und Weise zu erkennen und zu verarbeiten, ist nicht nur eine wichtige Lebensfertigkeit, sondern Studien belegen, dass es hilft, sie davor zu bewahren, sexuell missbraucht zu werden oder eine andere Person sexuell zu missbrauchen.

04

SCHULRICHTLINIEN FÖRDERN UND UNTERSTÜTZEN

Die meisten Schulen haben Richtlinien für Dinge wie sexuelle Belästigung unter Schülern sowie Richtlinien, die die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern regeln. Ermutige zu einer offenen Diskussion und zum Verständnis dieser Richtlinien, damit jeder (sowohl Schüler als auch Mitarbeiter) seine Rechte kennt und versteht und weiß, wie man die Rechte anderer respektiert. Wenn deine Schule solche Richtlinien noch nicht hat, schaue, was du tun kannst, um sie einzuführen.

An vielen Orten müssen Lehrkräfte eine Schulung oder zusätzliche Trainings zum Thema sexueller Missbrauch absolvieren. Diese Trainings können oft emotional aufwühlend sein und einem das Gefühl geben, nichts bewirken zu können. Eine Möglichkeit, wie du dieses Training mit hoffnungsvollen und umsetzbaren Informationen ergänzen kannst, sind unsere Kurse für die Gemeinschaft.

05

ELTERN ERMUTIGEN, IHRE KINDER AUFZUKLÄREN

Unabhängig davon, ob deine Schule ein umfassendes Sexualerziehungsprogramm hat oder nicht, glauben wir bei Saprea, dass Eltern die wichtigste Informationsquelle für ihre Kinder sind. Viele Eltern sprechen nicht mit ihren Kindern über eine gesunde sexuelle Entwicklung, einfach weil sie nicht wissen, welchen Einfluss es hat. Du kannst sie ermutigen, kleine Gespräche über die sexuelle Entwicklung mit ihren Kindern zu führen.

Unterstreiche, wie wichtig es ist, ihrem Kind selbstbewusste und aussagekräftige Kommunikation beizubringen oder wie wichtig es ist, ihrem Kind eine gesunde Beziehung vorzuleben. Du könntest sogar damit beginnen, mit ihnen über die Förderung des Selbstwertgefühls ihres Kindes zu sprechen. Wann immer möglich, ermutige sie, mit ihren Kindern offen und ehrlich über eine gesunde sexuelle Entwicklung zu sprechen, was den Unterschied ausmachen kann, um das Risiko zu verringern, dass das Kind sexuell missbraucht wird oder andere sexuell missbraucht.

06

VERTRAUE AUF DEINE INTUITION UND MELDE PROBLEME

Beim Flughafen wird die ständige Durchsage gemacht, dass man auffälliges Verhalten, melden sollte. Wenn du siehst, dass ein Kollege oder Schüler besorgniserregende Verhaltensweisen aufweist, dann sprich es an. Das kann bedeuten, dass du einen anderen Lehrer oder eine Lehrerin darauf hinweist, dass die Beziehung zu einem Schüler oder einer Schülerin problematisch ist oder dass du einen Schüler oder eine Schülerin zur Seite nimmst, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist. An deiner Schule gibt es vielleicht Richtlinien, an wen du dich wenden sollst und wie; vergewissere dich, dass du weißt, wie das Verfahren ist, wenn du etwas siehst.

Wenn du weißt, dass sexueller Missbrauch stattfindet, zögere nicht, ihn zu melden. Es gibt viele Betroffene, die es einem Lehrer zu verdanken haben, dass der Missbrauch, den sie erlebt haben, gestoppt wurde. Wenn deine Intuition dir sagt, dass mit einer Situation oder einer Person etwas „nicht stimmt“, dann ist es wahrscheinlich auch so und du solltest weiter nachforschen.

07

SEI EIN VERTRAUENSWÜRDIGER ERWACHSENER

Es kann sein, dass es Kinder in deiner Klasse gibt, die sich zu Hause nicht sicher fühlen. Egal wie ihre Familie aussieht, egal wie viel (oder wie wenig) Geld ihre Eltern verdienen oder wie schön ihre Nachbarschaft ist, ein Kind kann ein Opfer sexuellen Missbrauchs sein. Du kannst eine Atmosphäre der Sicherheit in deinem Klassenzimmer schaffen und jemand sein, dem sie vertrauen. Lass sie wissen, dass sie mit dir darüber reden können, wenn es Probleme in ihrem Leben gibt. Betone ihnen gegenüber, dass Geheimnisse sie nicht beschützen.

Unabhängig davon, ob ein Schüler sexuell missbraucht wird oder nicht, es ist wichtig, dass sie einen Erwachsenen haben, dem sie vertrauen. Es ist ebenso wichtig, dass du deinen Schülern einen Raum gibst, in dem sie sich wohlfühlen und in dem sie ermutigt werden, ihre Emotionen auf eine gesunde Art und Weise zu verarbeiten.

Gemeinsam sind wir Stärker!

Sexueller Kindesmissbrauch ist eine Epidemie, von der viel zu viele Familien und Gemeinschaften betroffen sind. Gemeinsam können Eltern, Lehrer, Erzieher und Gemeindemitglieder einen Unterschied beWIRken. Wenn wir einen sicheren Raum schaffen, offen über dieses Thema zu sprechen, können wir die Zahl der Kinder senken, die jedes Jahr missbraucht werden. Lerne, worauf du achten musst, und thematisiere dieses Tabu. Es könnte für deine Schüler den entscheidenden Unterschied in ihrer Welt ausmachen.

Der Mythos, dass Betroffene zu Tätern werden

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Der Mythos, dass Betroffene zu Tätern werden

Als junge Studentin beschloss ich, dass ich nicht gerne Golf spielte. Ich lernte, dass Golf eigentlich für „Gentlemen Only Ladies Forbidden“ (Übersetzung: Nur Herren, Damen verboten) stand, der meinen Hass für diesen Sport versiegelte. Ich schimpfte jahrelang gegen Golf und das sexistische Akronym dahinter.

Bloß, stimmte es gar nicht. Ich habe vor ein paar Wochen gelernt, dass es ein weit verbreiteter Mythos ist, etwas, das wiederholt wird, weil es wahr zu sein scheint, obwohl es das nicht ist.

Das ist relativ harmlos im Vergleich zu einigen Mythen – wie dem, dass die meisten Täter von sexuellem Kindesmissbrauch einst selbst missbraucht wurden. Mit anderen Worten, dass ein betroffenes Kind mit höherer Wahrscheinlichkeit selbst zum Täter wird, wenn es erwachsen ist.

Natürlich gibt es Sexualstraftäter, die als Kinder missbraucht wurden, aber dies ist nicht so häufig der Fall, wie die meisten Menschen, sogar Therapeuten, glauben. In ihrem Buch Predators (Täter) spricht Anna C. Salter darüber, dass die meisten Männer, die wegen sexuellem Kindesmissbrauch angeklagt sind, einfach sagen, dass sie in ihrer Kindheit missbraucht wurden, weil ihnen das mehr Mitgefühl sichert. In Wirklichkeit waren weniger als 10% von ihnen betroffen.

Was bedeutet das also für dich als Elternteil?

01
Wenn dein Kind sexuell missbraucht wurde, bedeutet das NICHT, dass es zu einem Täter heranwachsen wird, vor allem nicht, wenn dein Kind die Hilfe und Fürsorge bekommt, die es braucht, nachdem der Missbrauch aufgedeckt wurde.
02
Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch leiden unter diesem Stigma. Zusätzlich zu dem Trauma, das sie erlebt haben, müssen sie nun befürchten, dass sie als Erwachsene jemandem genauso schaden werden, wie es ihnen widerfahren ist.
03
Wenn du über einen Täter oder eine Täterin von sexuellem Kindesmissbrauch liest, nimm nicht gleich an, dass er oder sie als Kind missbraucht wurde. Die Wahrheit ist, dass wir nicht wirklich wissen, warum Menschen zu Sexualstraftätern werden, aber wir wissen, dass es nicht nur daran liegt, ob sie als Kind sexuell missbraucht wurden oder nicht.
Manche Mythen sind harmlos, wie der Aberglaube, dass du dir eine Erkältung holst, wenn du mit nassen Haaren aus dem Haus gehst. Andere können viel mehr Schaden anrichten. Stelle sicher, dass du keine Annahmen über die Betroffenen in deinem Leben machst oder verbreitest. Dasselbe gilt natürlich auch für die Täter, von denen du vielleicht hörst. Hier sind acht weitere Mythen über sexuellen Kindesmissbrauch, die du wissen solltest.

5 Fakten zum Thema sexueller Missbrauch zwischen Kindern

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5 Fakten zum Thema sexueller Missbrauch zwischen Kindern

HÄUFIGKEIT

50%+

Mehr als die Hälfte der Betroffenen gibt an, von anderen Minderjährigen missbraucht worden zu sein.
Viele Eltern oder Betreuer stellen sich oft die folgenden Fragen zum Thema des sexuellen Missbrauchs: „Missbrauchen Kinder andere Kinder?“ und „Kommt das wirklich vor?“ Eine unangenehme Tatsache im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch ist, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen von sexuellem Kindesmissbrauch angibt, von anderen Minderjährigen missbraucht worden zu sein. Das bedeutet, dass sexueller Kindesmissbrauch eine erschreckende Problematik ist, mit der man sich auseinandersetzen muss. Im Folgenden findest du weitere Informationen und Hilfsmittel, mit denen du das Risiko verringern kannst.

Was ist sexueller Missbrauch zwischen Kindern?

Der Begriff sexueller Missbrauch von Kind zu Kind (Child-On-Child Sexual Abuse, COCSA) ist definiert als sexuelle Handlung die ohne Einverständnis, ohne Gleichwertigkeit (geistig, körperlich oder altersgemäß) oder als Folge von körperlichem oder emotionalem Zwang stattfindet. Das bedeutet, dass ein großer Machtunterschied zwischen den beiden Kindern besteht, sei es in Bezug auf das Alter, die Größe oder die Fähigkeit.

Obwohl das Trauma für das betroffene Kind dasselbe ist, wie wenn es von einem Erwachsenen verübt worden wäre, wird diese Art von Missbrauch oft nicht gemeldet. Der Grund dafür ist, dass es von den Erwachsenen als „Es sind doch nur Kinder“ abgestempelt wird oder aus Angst davor, was mit einem oder beiden Kindern passieren würde, wenn der Missbrauch bekannt gemacht werden würde.

Die Wahrheit ist, dass beide Kinder besonders dann Hilfe brauchen, wenn sie sich in einer solchen Situation befinden. Das Kind, das missbraucht wird, braucht auf jeden Fall die entsprechende Betreuung, um die Last des lebenslangen Traumas zu vermeiden, das so viele Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch erleiden, ebenso wie die damit verbundenen Folgen.

Das Kind, das ein gefährliches Sexualverhalten (GSV) ausgeübt hat, braucht ebenfalls Hilfe. Das Kind sollte umgehend mit einer ausgebildeten medizinischen/psychologischen Fachkraft zusammenarbeiten, die ihm helfen kann, diese altersunangemessenen sexuellen Verhaltensweisen zu bewältigen. So neigt das Kind weniger dazu, anderen Kindern erneut zu schaden.

Wie kann das Risiko gesenkt werden?

Erfahre mehr über Sapreas Ansätze zur Prävention.

Wurde mein Kind missbraucht?

Erfahre mehr darüber, was zu tun ist, wenn dein Kind missbraucht wurde.

Wie lauten die Zahlen und Fakten?

01

KINDER IM ALTER VON 12 BIS 14 JAHREN SIND AM STÄRKSTEN GEFÄHRDET, SEXUELLES VERHALTEN AN DEN TAG ZU LEGEN.

Diese Altersgruppe erlebt viele Veränderungen, wenn die Pubertät beginnt und wenn sie eine falsche Vorstellung von Sex oder eine Tendenz zu GSV haben, können sie jemanden zum Ziel haben, der jünger oder kleiner ist oder der kognitive oder körperliche Behinderungen hat.

02

70 % ALLER ERWACHSENEN TÄTER HABEN ZWISCHEN EINEM UND NEUN OPFER.

Das bedeutet, dass wenn ein Kind oder ein Jugendlicher ein anderes Kind oder einen anderen Jugendlichen misshandelt, diese sofort Hilfe brauchen, um weitere Kinder zu schützen.

03

BIS ZU 40 % ALLER KINDER, DIE SEXUELL MISSBRAUCHT WERDEN, SIND OPFER VON ÄLTEREN ODER STÄRKEREN KINDERN.

Es ist nicht nur wichtig, nach Wegen zu suchen, um dein Kind vor sexuellem Missbrauch zu schützen, sondern auch, um es davor zu bewahren, Missbrauch an anderen zu begehen.

04

SEXUALDELIKTE SIND DIE VERBRECHEN, AN DENEN AM WENIGSTEN UNBEKANNTE PERSONEN ALS TÄTER BETEILIGT SIND.

Das kann es schwierig machen, zu wissen, was man in dieser Situation tun soll, aber sei dir bitte bewusst, dass eine Anzeige das Beste ist, was du für BEIDE beteiligte Kinder tun kannst.

05

KINDER, DIE IHREN MISSBRAUCH INNERHALB EINES MONATS OFFENLEGEN, HABEN EIN GERINGERES RISIKO AN DEPRESSIONEN ZU LEIDEN.

Wenn dein Kind mit dir über den Missbrauch sprechen kann, dann ist es weniger wahrscheinlich, dass es später im Leben unter Depressionen leidet, die mit dem Missbrauch zusammenhängen. Glaube deinem Kind, wenn es mit dir spricht oder dir etwas anvertraut. Eines der wichtigsten Dinge, die du tun kannst, ist ZUHÖREN.

Du kannst einen Unterschied bewirken

Sexueller Missbrauch kann schwer zu verarbeiten und noch schwerer zu besprechen sein, aber es ist wichtig, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und sich zu informieren. So kannst du das Risiko verringern, dass dein Kind sexuell missbraucht wird und/oder sich auf GSV einlässt.

Wenn etwas passiert ist und du dir nicht sicher bist, was du tun sollst, melde es bitte, damit die betroffenen Kinder die Hilfe bekommen, die sie brauchen.

Erkenne die Anzeichen von Missbrauch

Lerne die möglichen Anzeichen von sexuellem Kindesmissbrauch zu erkennen. Einige der ersten Anzeichen sind möglicherweise nicht so offensichtlich wie andere. Es ist wichtig zu wissen, wie sich dein Kind normalerweise verhält, um verhaltensbezogene, körperliche oder emotionale Veränderungen zu bemerken. Beginne damit, nach Mustern zu suchen, die außerhalb der Norm für dein Kind liegen. Erfahre mehr über die Anzeichen.
WEITER ZUM BLOG-ARTIKEL

Sapreas Präventionsstrategien

Es gibt bereits heute Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um das Risiko des sexuellen Missbrauchs deiner eigenen Kinder zu verringern. Wir bieten vier Strategien für Eltern und Betreuer an, um riskante Situationen zu erkennen und zu verhindern. Erfahre mehr über die Hilfsmittel und Aktivitäten, die du mit deinen Kindern, unabhängig von ihrem Alter, durchführen kannst, um sexuellen Missbrauch von Kindern zu verhindern.
ZU DEN RESSOURCEN

Kindersexhandel ist ein persönliches Anliegen, kein politisches

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Kindersexhandel ist ein persönliches Anliegen, kein politisches

Geschrieben von: Chris Yadon, Laurieann Thorpe, Jake Neeley

Die derzeitige Aufklärungswelle über den Kindersexhandel ist zugleich ermutigend und entmutigend. Es ist ermutigend, weil wir als Gesellschaft diese grausame Praxis endlich zur Kenntnis nehmen und thematisieren. Es ist entmutigend, weil unser derzeitiger Dialog über das Thema Kindersexhandel nicht mit den größten Risiken in unserem Land und unseren Gemeinden übereinstimmt. Dieser Dialog verkennt die Realität, wie, wann und wo die meisten Kinder für Sex ausgebeutet und missbraucht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass einige das Thema mit der Intention, Macht und Einfluss zu erlangen, politisieren wollen. Ein unpolitisches Thema für politische Zwecke zu missbrauchen, ist eine weitere Form der Ausbeutung und kann den Betroffenen zusätzlichen Schaden zufügen und ihr Trauma verstärken.

Aufgrund unserer geteilten Menschenwürde sehen wir uns dazu aufgerufen, zu handeln, wenn wir von Ungerechtigkeiten erfahren. Dass der Kindersexhandel als politisches Hilfsmittel benutzt wird, ist eine dieser Ungerechtigkeiten. Anstatt uns auf den Dialog einzulassen, der den Kindersexhandel in die politische Sphäre verlagert, sollten wir uns darauf konzentrieren, die Realitäten des Problems zu verstehen und Kinder vor Menschenhändlern und sexueller Ausbeutung zu schützen.

Um Kinder vor den Risiken des Kindersexhandels zu schützen, müssen wir als Gesellschaft einen produktiven Dialog über das Thema führen, die positiven Aspekte des derzeitigen öffentlichen Bewusstseins nutzen und effektive Präventionsmaßnahmen ergreifen.

Auf dem Weg zum produktiven Dialog

Wenn wir den Dialog über das Thema produktiv gestalten wollen, muss er auf konkreten, forschungsbasierten Fakten beruhen. Ein Beispiel: Die Mehrheit der Opfer von Kindersexhandel in den USA wurde von einem Familienmitglied ausgebeutet und fast 46% wurden von einem Elternteil/Vormund ausgebeutet.1

Dieser Kontext ist ausschlaggebend, um das Thema besser zu verstehen. Er veranlasst uns, unsere Schutzbemühungen und unseren Dialog nicht auf Fremde und Entführungen zu konzentrieren, sondern auf die Stärkung von Familien und Heimen. Natürlich kommt es im Zusammenhang mit Menschenhandel auch zu Entführungen, aber im Vergleich zum Gesamtproblem sind sie eher selten. Der Fokus auf den Schutz vor Entführungen macht es wahrscheinlicher, dass wir die viel häufigeren Formen des Menschenhandels übersehen, die überall um uns herum passieren. Wenn wir verstehen, dass es Kinderhändler/innen eher auf Kinder abgesehen haben, die ihnen nahestehen, werden sich die Anzeichen und Warnungen, auf die wir achten, ändern. Wenn wir auf die häufigsten Szenarien achten, sind wir viel eher darauf vorbereitet, Opfer von Kindersexhandel zu erkennen und ihnen über die richtigen Kanäle zu helfen.

Eine weitere fundierte Tatsache, die einen produktiven Dialog anregen kann, ist die Tatsache, dass 87% der Jugendlichen, die für Sex ausgebeutet werden, zuvor sexuell missbraucht wurden.2 Wie man so schön sagt, ist Korrelation nicht gleich Kausalität, aber wenn die Korrelationen so hoch sind wie 87%, müssen wir aufhorchen. Diese Erkenntnis treibt uns an, nicht nur gegen den Kinderhandel, sondern auch gegen andere Formen sexuellen Kindesmissbrauchs vorzugehen. Wenn wir früher eingreifen, können wir nicht nur den ersten Missbrauch eines Kindes verhindern, sondern auch das Risiko einer Wiederholung ihres Missbrauchstrauma. Viele Betroffene von sexuellem Missbrauch im Kindesalter könnten vor den dauerhaften Folgen eines weiteren Traumas bewahrt werden, wenn mehr Ressourcen zum Heilen und zur Prävention zur Verfügung stünden.

Wenn wir den Dialog auf wissenschaftlicher Basis fördern, können wir die realen Probleme ansprechen, mit denen Betroffene und Gefährdete des Kindersexhandels konfrontiert sind. Wenn du mehr forschungsbasierte Fakten für deine Diskussionen brauchst, kannst du den Forschungsauftrag von Saprea lesen. (EN)

Nutze den Aufschrei der aktuellen Lage

Mit den vorliegenden Fakten sind wir nun besser darauf vorbereitet, das Thema Kindersexhandel zu diskutieren. Die nächste Frage lautet: Wie können wir die positiven Seiten des derzeitigen öffentlichen Bewusstseins und Interesses an diesem Thema nutzen? Die Diskussionen über den Kindersexhandel nehmen rapide zu, und es ist wichtig, dass wir dieses Bewusstsein nutzen, um das Thema im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern. Drei Dinge können uns dabei helfen, das aktuelle Bewusstsein für Überlebende und Opfer von Kinderhandel zu nutzen.

01

KONZENTRIERE DICH AUF DAS THEMA, NICHT AUF DIE POLITIK.

Wir müssen unser Bestes tun, um zu verhindern, dass die Diskussionen über den Kindersexhandel politisch werden. Stattdessen können wir uns auf die Tatsache konzentrieren, dass Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen und Ideologien Kinder schützen wollen. Wir sind uns vielleicht nicht einig, wie wir das tun wollen, aber wir sind uns einig, dass Kinder geschützt und verteidigt werden müssen. Leite die Gespräche, die du hörst, auf das eigentliche Thema um: wie man Kinder vor den Gefahren des Kindersexhandels besser schützen kann.

02

ERKENNE DAS DIESES THEMA AUCH IN DEINEN UMFELD EINSCHLÄGT.

Nutze die Fakten, um über die Risiken in deinem eigenen Umfeld und deiner Gemeinschaft zu sprechen. Als Menschen fällt es uns oft leichter, die Probleme in anderen Ländern zu thematisieren, die andere betreffen. Es ist viel schwieriger zu akzeptieren, dass unsere eigenen Kinder der Gefahr von Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt sind. Aber der sexuelle Missbrauch von Kindern findet in jeder Gemeinde weltweit statt, und wir können Kinder am besten vor Menschenhändlern schützen, wenn wir anerkennen, dass die Gefahr des Menschenhandels überall besteht. Die Malouf-Stiftung bietet ein kostenloses, einstündiges Online-Training an, das dir dabei helfen soll, die Anzeichen für sexuellen Menschenhandel in deiner Gemeinde zu erkennen.

03

SPRICH DAS THEMA NICHT NUR ONLINE, SONDERN AUCH DIREKT AN.

Dieses Thema sollte zwar im Online-Bereich diskutiert werden, aber auch direkte, private Gespräche sind für einen gesunden Dialog und eine richtige Aufklärung wichtig. Online-Diskussionen können leicht polarisieren und die Nuancen des Risikos beschönigen, was den Betroffenen, die bereits unter dem Trauma sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels leiden, oft unnötigen Schaden zufügt. Das Thema ist komplex, und ein Dialog braucht Zeit. Diese tiefgreifenden Gespräche werden in der Regel am besten von Angesicht zu Angesicht geführt, persönlich mit Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen usw. Hilf mit, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Menschen wohl und sicher fühlen, wenn sie schwierige Fragen stellen und das Thema behandeln.

Ergreife wirksame Präventivmaßnahmen

Die natürliche Reaktion auf ein wahrgenommenes Problem ist der Wunsch nach Aktion. Der Wunsch, etwas zu tun, ist in unserer Biologie angelegt; wenn wir nicht handeln, gerät das oft in Widerspruch zu unseren Überzeugungen. Je mehr wir diesem biologischen Ruf zum Handeln folgen, desto erfüllter und zuversichtlicher fühlen wir uns. Während uns der Wunsch zu handeln leicht fällt, wissen wir oft nicht, wo wir anfangen sollen, wenn es darum geht, gegen schwierige Probleme wie den Kindersexhandel vorzugehen.

Der beste Ort, um aktiv zu sein, ist deine Familie und dein direkter Einflussbereich. Wenn du dich über das Thema informierst, lernst du, wie du die Kinder in deiner eigenen Gemeinschaft schützen kannst, und klärst andere darüber auf, wie sie ebenfalls helfen können. Die fünf wichtigsten Grundsätze, die Kinder vor Menschenhändlern und sexuellem Missbrauch schützen können sind:

01

LERNE RISKANTE SITUATIONEN EINZUSCHÄTZEN UND ZU BEWÄLTIGEN.

02

LEHRE, WIE MAN GESUNDE GRENZEN SETZT UND RESPEKTIERT.

03

HALTE DIE KOMMUNIKATIONSWEGE OFFEN.

04

DISKUTIERE DIE SEXUELLE ENTWICKLUNG.

05

LEBE UND ENTWICKLE EMOTIONALES WOHLBEFINDEN VOR.

In der Regel sind Eltern oder primäre Erzieher/innen am besten in der Lage, diese Grundsätze zu vermitteln und anzuwenden. Familien können Sicherheitspläne erstellen, ihre Werte festlegen und kommunizieren und den Plan mit allen teilen, die eine Rolle im Leben ihres Kindes spielen. Auf der Website von 'Prevent Child Abuse Utah' findest du einen Muster-Sicherheitsplan, den Eltern mit Hilfe einer Vorlage erstellen können.

Natürlich können und sollten Gemeinden die Familie bei Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen unterstützen, aber Eltern und Betreuer müssen die Hauptrolle beim Schutz der Kinder vor Sexhändlern und Missbrauch übernehmen. Der Schutz von Kinder anderer Menschen ist natürlich lobenswert und wichtig, aber sich auf andere zu konzentrieren, wenn unsere eigenen Familien und Nachbarschaften voller Risiken sind, ist eine der größten Ironien der aktuellen Reaktion auf dieses Problem. Schütze, wen du kannst, und schütze, wo du gerade bist. Hilf anderen, sich selbst zu schützen, indem du sie über das Thema aufklärst und einen produktiven (und korrekten) Dialog über das Problem des Kinderhandels anregst. Lass uns diese Missverständnisse ausräumen, den Dialog neu gestalten und mehr für unsere Kinder tun.

ZUSÄTZLICHE RESSOURCEN

ENGLISCHE RESSOURCEN

Wenn du etwas Verdächtiges siehst, rufe sofort die örtlichen Polizeibehörden an und erstatte einen Bericht. Du solltest dich niemals auf einen potenziellen Menschenhändler oder eine gewalttätige Situation einlassen. Das könnte dich und die betroffene Person in Gefahr bringen.

Über die Autoren

  • Chris Yadon
    Geschäftsführer von Saprea
  • Laurieann Thorpe
    Geschäftsführerin von Prevent Child Abuse Utah
  • Jake Neeley
    Geschäftsführer der Malouf-Stiftung

Jede dieser Organisationen setzt sich für die Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch ein.

Wie man als Betroffene/r die Feiertage übersteht 

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Wie man als Betroffene/r die Feiertage übersteht 

Die Feiertage können anstrengend und schwierig sein

Die funkelnden Beleuchtungen und der Duft von Tannen und Glühwein, weiche Schals und deftiges Essen. Musik und fröhliches Lachen. Das hektische, fröhliche Leben zur Weihnachtszeit kann aufregend und erfreulich sein. Manchmal kann die Weihnachtszeit aber auch überfordernde Gefühle und triggernde Momente mit sich bringen. Für Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch können sie jedoch noch schwieriger sein, vor allem, wenn deine Familie in irgendeiner Weise mit dem Missbrauch in Verbindung steht. Es könnte sein, dass sie dir nicht geglaubt haben, dass sie den Missbrauch nicht verhindert haben, dass sie dich nicht dabei unterstützen, Hilfe zu bekommen, oder dass die Person, die dich missbraucht hat, zu deiner Verwandtschaft gehört. Für manche Betroffene bedeuten die Feiertage die erschreckende Tatsache, dass sie im selben Raum mit ihrem Täter/ihrer Täterin sein könnten.

Wie kannst du als Betroffene/r die Feiertage überstehen? Oder wie kannst du die/den Betroffene/n, der dir nahesteht während dieser Zeit besser unterstützen? Im Folgenden findest du Hilfsmittel, die dir helfen können, diese Zeit des Jahres sicher zu überstehen und hoffentlich mehr Frieden und weniger Angst zu empfinden.

Wenn du ein/e Betroffene/r bist, lies bitte weiter; alles, was du wissen musst, findest du hier. Wenn du eine Unterstützerin oder ein Unterstützer bist, haben wir hier speziell auf dich abgestimmte Vorschläge, wie du die/den Betroffene/n, die/der dir am Herzen liegt, ermutigen und schützen kannst.

Die Feiertage überstehen: Tipps für Betroffene

Wenn du entscheidest, welche Hilfsmittel du in dein Feiertags-Survival-Kit aufnehmen willst, vertraue auf deine Intuition. Wenn sich etwas richtig anfühlt, probiere es aus. Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht zu dir passt, ist das in Ordnung. In diesem Fall kannst du einfach mit dem nächsten Tipp weitermachen. Manches wird dir leichter fallen, wenn du es vor einer potenziell triggernden Situation „übst“, vor allem Stabilisierungsübungen, die dir helfen, dich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren und im Hier und Jetzt zu verweilen. Als du zum Beispiel zum ersten Mal gelernt hast, deine Schuhe zu binden, hat dich das wahrscheinlich eine Menge Zeit und Konzentration gekostet; heute kannst du sie wahrscheinlich sogar, ohne hinzusehen schnüren. Die ersten paar Male, die du eine neue Technik ausprobierst (und auch um Hilfe bittest), mag dich viel Energie kosten, aber du wirst deine Fähigkeiten verbessern, je öfter du es versuchst. Je öfter du eine bestimmte Methode geübt hast, desto effektiver wird sie in Momenten der Unsicherheit sein.

IM VORAUS PLANEN

Eines der besten Dinge, die du vor einer Veranstaltung, einer Party oder einem Treffen für dich selbst tun kannst, ist es, im Voraus zu planen. Wir haben versucht, es dir mit dem folgenden Leitfaden leichter zu machen. Wir erklären dir Schritt für Schritt, was du alles beachten musst, damit du die Vorteile dieser Ressource nutzen kannst.

Identifiziere die Personen, die helfen können

Es gibt viele Möglichkeiten, mit Triggern umzugehen, aber besonders hilfreich bei einer Party oder einem Treffen ist es, eine Person oder eine Gruppe von Menschen zu finden, die dir ein Gefühl der Sicherheit geben und dich unterstützen. Das kann jemand sein, der an der gleichen Veranstaltung teilnimmt, wie ein Familienmitglied oder ein Freund. Es kann auch jemand sein, den du anrufen oder eine SMS schicken kannst, z. B. ein Therapeut, wenn du dich plötzlich überwältigt fühlst. Wende dich vor der Veranstaltung an diese Person(en) und lass sie wissen, dass du sie auf der Veranstaltung oder an diesem Tag und zu dieser Zeit brauchen könntest.

Überlege dir, was du von deinem Unterstützer brauchst

Wenn du deinen Unterstützer/innen mitteilst, dass du ihre Hilfe brauchst, ist es eine gute Idee, ihnen ein paar Dinge mitzuteilen, von denen du glaubst, dass sie hilfreich sein werden. So wisst ihr beide, welche Erwartungen ihr habt. Wenn du zum Beispiel möchtest, dass dir jemand nur zuhört, ist es wichtig, dass du das deinem Unterstützer mitteilst, denn sonst versucht er/sie vielleicht, das Problem zu lösen, wodurch es dir noch schlechter gehen könnte. Du kannst ihn/sie auch bitten, dich an eine Erdungstechnik zu erinnern, die dir gutgetan hat, oder ihn/sie zu bitten, dir eine Ausrede zu geben, damit du früher nach Hause gehen kannst, wenn du sie brauchst.

Plane eine Antwort für alle Fragen zum Thema sexuellen Missbrauch

Als die #MeToo-Bewegung im Jahr 2017 begann, wurde ein Raum für Betroffene geschaffen, in dem sie ihre Geschichten teilen konnten, sodass der sexuelle Missbrauch häufiger thematisiert wurde. Wenn die Leute auf deiner Veranstaltung wissen, dass du eine Betroffene bist, kann es sein, dass das im Gespräch zur Sprache kommen könnte. Wenn das passiert, denke daran, dass du die Kontrolle über deine Geschichte hast und nicht darüber reden musst, wenn du nicht willst. Überlege dir ein paar Antworten für den Fall, dass jemand das Thema anspricht und du deine Geschichte nicht oder nur einen Teil davon erzählen möchtest.

Positive Affirmationen auflisten

Ein paar positive Affirmationen parat zu haben, kann dir helfen, in einer stressigen Situation ein Gefühl der Sicherheit zu bewahren. Du kannst dir Affirmationen ausdenken, die so allgemein oder so spezifisch sind, wie du willst. Denke daran, dass sie ermutigend und beruhigend sein sollen. Anstatt zu sagen: „Meine Familie wird nie akzeptieren, wer ich bin“, könntest du sagen: „Ich bin genug.“ Sprich deine Affirmationen laut aus und schau, wie du dich dabei fühlst. Du kannst auch versuchen, sie an gut sichtbaren Stellen aufzuschreiben, damit du sie in den Tagen vor der Veranstaltung immer wieder siehst.

Wissen, wann man NEIN sagen muss

Niemand, außer dir, weiß besser, was du brauchst. Und manchmal ist das, was du brauchst, die Absage eines Familientreffens oder einer Ferienveranstaltung. Die Entscheidung, Nein zu sagen, kann eine enorme Entlastung und Kraft bedeuten. Das ist aber nicht immer leicht, vor allem, wenn du das Gefühl hast, dass du jemanden enttäuschst. Nimm dir etwas Zeit, um die Einladung abzulehnen. Du kannst sogar einen Freund oder eine Freundin bitten, dir beim Rollenspiel zu helfen, um herauszufinden, was du tun oder sagen wirst. Wichtig ist, dass du daran denkst, dass du das Beste für dich und dein Wohlbefinden tust; das ist nicht egoistisch, sondern Selbstfürsorge.

Mach die Selbstfürsorge zur Priorität

Apropos Selbstfürsorge: Für deinen Weg zur Heilung ist es von entscheidender Bedeutung, dass du der Selbstfürsorge Priorität einräumst. Das sieht für jeden anders aus. Wenn du bei dem Gedanken an ein heißes Schaumbad die Augen verdrehst, dich aber bei der Vorstellung eines langen Spaziergangs entspannt fühlst, dann ist ein Spaziergang vielleicht eine gute Form der Selbstfürsorge für dich. Oft ist etwas so Einfaches wie die Erfüllung einer alltäglichen Aufgabe, die du aufgeschoben hast, genau das, was du brauchst. Selbstfürsorge ist zu jeder Jahreszeit ein wichtiger Bestandteil des Ausgleichs, aber besonders wichtig ist sie während der Feiertage, wenn der Stress zunimmt.

GEHE LIEBEVOLL MIT DIR SELBST UM UND GIB NICHT AUF

Wenn es nicht läuft, wie du es dir vorgestellt hast, könntest du frustriert und niedergeschlagen sein. Vielleicht beschuldigst du dich selbst, dass du getriggert wurdest oder die Situation nicht so gut gemeistert hast, wie du es dir gewünscht hast. Anstatt dich durch positive Affirmationen zu bestärken, gibst du dich vielleicht negativen Selbstgesprächen hin und beschimpfst dich mit gemeinen Gedanken. Jetzt hast du eine wunderbare Gelegenheit, dich darin zu üben, sanftmütig und liebevoll zu dir selbst zu sein. Du befindest dich auf einem Weg zur Heilung und das bedeutet, dass es Rückschläge und Umwege geben kann, aber solange du nicht aufgibst, bist du auf dem richtigen Weg.

Die Feiertage können aufregend oder anstrengend sein; sie können aufregend oder überwältigend sein; vielleicht auch eine Mischung aus allem. Vertraue auf deine Intuition und finde heraus, was das Beste für dich ist. Überlege, wie du im Voraus planen kannst, bitte um Hilfe, wenn du sie brauchst, und achte auf dich selbst. Und vor allem: Du bist es absolut wert, dich zu bemühen, also gib nicht auf.

Die Feiertage überstehen: Tipps für Unterstützer

Es ist nicht leicht, jemanden, den du liebst, leiden zu sehen. Es kann auch schwer sein, zu wissen, was man sagen und wie man helfen kann, wenn diese Person ein/e Betroffene/r ist, der/die dir seinen/ihren Missbrauch offenbart hat. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du eine große Unterstützung sein kannst, aber in unserem Leitfaden stellen wir dir fünf der wichtigsten vor. Lade dir die PDF-Datei herunter und lies weiter, um unsere Tipps für eine glückliche und gesunde Jahreszeit für dich und die betroffene Person in deinem Leben zu erhalten.

ZU HÖREN

Wenn jemand mit einem Problem zu uns kommt, wollen wir es allzu oft sofort lösen oder verbessern. Das führt manchmal dazu, dass wir zu schnell zu Lösungsvorschlägen greifen, oder wir unterbrechen die Person, um ihr den Stress zu ersparen, über das Problem zu reden, oder versuchen, das Thema zu wechseln. Schieb diese Impulse beiseite und hör aufrichtig zu, was sie sagen. Erlaube ihnen, dir zu sagen, was sie brauchen.

EINEN SICHEREN RAUM SCHAFFEN

Wenn ein/e Betroffene/r einen Trigger erlebt oder von seinen/ihren Gefühlen überrollt wird, kann ein Gefühl der Sicherheit der erste Schritt sein, um ihm/ihr zu helfen. Arbeite mit ihr/ihm zusammen, um einen sicheren Raum zu schaffen (je nachdem, wo ihr seid, entweder wörtlich oder im übertragenen Sinne), in dem sie/er ihre/seine Gefühle verarbeiten kann. Während einer Party oder eines Treffens kann das bedeuten, dass du mit ihm oder ihr in einen anderen Raum gehst, mit ihr/ihm am Telefon sprichst oder einspringst, um ihr/ihm bei der Flucht zu helfen oder ein Gespräch zu navigieren. Sprich mit der betroffenen Person darüber, was du tun kannst, um einen sicheren Raum für sie zu schaffen.

SEI EINE STÜTZE

Feste und Familienfeiern können überfüllt und laut sein oder es können schwierige Gesprächsthemen aufkommen, die für jeden eine Herausforderung darstellen. Aber für Betroffene können genau diese Situationen unerträglich werden. Sprich mit dem/der Betroffenen über Themen oder Personen, bei denen er/sie möchte, dass du hilfst oder eingreifst. Mach dir einen Plan, wie du sie/ihn unterstützen kannst, wenn das Thema auftaucht oder die Person versucht, mit ihr/ihm zu reden. Auch wenn dein erster Instinkt darin besteht, einzugreifen und zu beschützen, solltest du dem/der Betroffenen erlauben, selbst das Sagen zu übernehmen. Du bist da, um sie zu bestärken, mit der Situation umzugehen, nicht um das Problem für sie zu lösen. Dein Verhalten kann auch als Beispiel für andere dienen und sie dazu ermutigen, ähnliche Verhaltensweisen anzunehmen.

ERMUTIGE DIE SELBSTFÜRSORGE

Wenn die Emotionen auf Hochtouren laufen und der Stress von allen Seiten auf sie zuzukommen scheint, solltest du die/der Betroffene/n daran erinnern, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Ermutige sie dazu, regelmäßig Selbstfürsorge zu üben. Finde heraus, wie sie sich entspannen und Energie tanken, und versuche, ihnen das so oft wie möglich zu ermöglichen. Höre weiterhin zu und habe Verständnis für den Stress und die Hektik, die der/die Betroffene zu bewältigen versucht. Manchmal kann es besonders hilfreich sein, deine/n Angehörige/n zu ermutigen, eine bestimmte Anzahl von Dingen auf ihrer/seiner To-Do-Liste zu erledigen und dann eine Pause für die Selbstfürsorge einzulegen. Es ist wichtig, dass du daran denkst, dass dein/e Angehörige/r sich nicht kaputt oder unfähig fühlen will und dass das Ignorieren der Dinge, die er/sie tun muss, auch nach hinten losgehen kann. Du kannst den Betroffenen daran erinnern, wie wichtig Ausgeglichenheit ist und dass sie in dieser arbeitsreichen Zeit des Jahres besonders wichtig ist.

ACHTE AUF DICH

Hast du schon mal das Sprichwort gehört: Du kannst nicht aus einem leeren Becher schöpfen? Das bedeutet, dass du dich nicht um andere kümmern (oder deren Becher auffüllen) kannst, wenn du selbst erschöpft bist. Nimm dir Zeit für dich selbst und stelle sicher, dass du deiner Selbstfürsorge oberste Priorität einräumst. Du und dein/e Liebste/r profitieren beide davon, wenn deine Bedürfnisse erfüllt werden, bevor es zum Burn-Out, zur Enttäuschung oder zur Verbitterung kommt. Dies ist ein wichtiger Zeitpunkt, um zu üben, nett zu dir selbst zu sein. Es wird Zeiten geben, in denen du dir wünschst, du könntest mehr für den/die Betroffene/n tun, aber sei dir bewusst, dass du ein Segen für den/die Betroffene/n bist und dass deine Bemühungen, ihm/ihr Unterstützung und Sicherheit zu geben, ein Beweis für das Gute sind, dass du tust. (Sich selbst daran zu erinnern, ist eine fantastische Affirmation).

Dein Bemühen kann einen Unterschied bewirken

Für viele sind die Feiertage eine wunderbare Zeit im Jahr, gefüllt mit Traditionen, gutem Essen und der Freude, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt. Wenn ein/e Betroffene/r, den/die du liebst, Schwierigkeiten hat, solltest du wissen, dass du für sie/ihn einen Unterschied machst. Du kannst sie vielleicht nicht dazu bringen, vor Freude auf und ab zu hüpfen, aber du kannst ihnen helfen, dieser Jahreszeit mit weniger Furcht und mehr Hoffnung entgegenzutreten. Wenn du ihnen sagst, dass du für sie da bist und sie das nicht allein durchstehen müssen, kann das manchmal den Unterschied ausmachen.

5 Handlungen im Alltag, die als Stabilisierungstechniken dienen von denen du nichts wusstest

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5 Handlungen im Alltag, die als Stabilisierungstechniken dienen von denen du nichts wusstest

Gast-Beitrag von Sarah Burton, LMHC verfasst

Wusstest du, dass es Dinge gibt, die wir ständig tun und die zur Erdung beitragen können? Diese Stabilisierungsübungen sind in der Regel etwas, das du bereits täglich tust (oder tun kannst). Das Ziel der Erdung ist es, im Hier und Jetzt präsent zu sein, die Intensität intensiver Emotionen zu verringern und ein überaktives Nervensystem zu beruhigen. Hier sind fünf Aktivitäten, die du zu deinem Toolkit für Stabilisierungsübungen hinzufügen kannst.

1.

SINGEN

In der Regel singe ich beim Autofahren zu dem Lied mit, das gerade läuft, und wenn ich das tue, mache ich mir über nichts mehr Gedanken! Schnapp dir dein Handy und dreh deinen Lieblingssong auf und singe so laut du kannst. Warum nicht eine Karaoke-Party daraus machen? Wenn du unsicher bist, ob du laut mitsingen sollst, dann singe für dich selbst und konzentriere dich auf die Melodie. 

2.

TANZEN

Ich tanze auch gerne zur Musik im Auto. Egal, ob du im Auto, im Wohnzimmer oder unter der Dusche stehst, du kannst jederzeit tanzen! Dreh deine Lieblingsmusik auf und tanze, als ob niemand zuschauen würde. Bewege deinen Körper so, wie er es möchte. Das kann auch eine lustige Aktivität sein, die du mit deiner Familie und deinen Freunden zusammen machen kannst.

3.

DUSCHEN

Beim Duschen kannst du dich auf das Wasser konzentrieren, das auf deine Haut prallt. Wie fühlt es sich an? Wie hoch ist die Temperatur? Wie stark ist der Druck? Nimm den Duft von Waschmittel, Shampoo und Spülung wahr. Für alle Wagemutigen unter euch: Duscht euch am Ende kalt ab! 

4.

DEHNEN

Du musst kein Yogi-Experte sein, um die positiven Auswirkungen von Dehnübungen zu nutzen. Nimm dir täglich 5-10 Minuten Zeit und dehne deine Arme, Beine, deinen Rücken, Nacken, deine Schultern, Füße und Hände. Achte auf deine Atmung und darauf, wie sich deine Muskeln anfühlen, während du sie dehnst. Genau wie beim Yoga sollte es keine Schmerzen geben, also dehne und strecke dich nur bis zu dem Punkt, an dem es angenehm ist.

5.

SPIELEN

Spielen ist ein wesentlicher Bestandteil des Heilens, denn viele Betroffene konnten sich als Kinder nicht richtig austoben. Geh nach draußen, um mit einem Kind oder einem Hund Fangen zu spielen, spiele Verstecken oder Fangen, spiele Brett- oder Kartenspiele, baue ein paar Legosteine zusammen oder kuschle mit einem Haustier usw. Wofür auch immer du dich entscheidest, achte darauf, dass du dich ganz im Moment befindest und Spaß hast!

Denk daran, dass der Schlüssel zur Erdung Übung, Übung und noch mehr Übung ist, sogar wenn du nicht erden musst. Stabilisierungsübungen können dein bester Freund sein, wenn sie zur Gewohnheit werden und mit der Zeit zum Instinkt werden. Wenn du Erdungstechniken (auch Stabilisierungstechniken genannt) verwendest, die du bereits täglich anwendest, fällt es dir vielleicht einfacher, dich daran zu erinnern, sie zu praktizieren, wenn du sie brauchst. Möglicherweise erreichst du sogar den Punkt, an dem Fahren, Singen und Tanzen deine Lieblingsbeschäftigung ist!

Betroffene auf ihrem Weg zur Heilung unterstützen 

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Betroffene auf ihrem Weg zur Heilung unterstützen 

Wenn jemand, der dir nahesteht, sexuellen Missbrauch überlebt hat, ist es oft schwer zu wissen, wie du sie oder ihn unterstützen kannst. Es stimmt zwar, dass Betroffene ihre Heilung selbst in die Hand nehmen müssen, aber du kannst eine Menge dazu beitragen. Du kannst ihnen das Heilen nicht abnehmen, aber es gibt Dinge, die du tun kannst, um ihnen während des Heilungsprozesses zur Seite zu stehen.

Zusätzlich zu dem Trauma, das Betroffene beim ersten Missbrauch erleiden können, laufen Betroffene auch Gefahr, ein neues Trauma zu erleiden, wenn sie ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit offenlegen und ihre Angehörigen nicht auf hilfreiche und gesunde Weise reagieren. Gurvinder Kalra and Dinesh Bhugra betonen: „Opfer sexueller Gewalt laufen Gefahr, negative Reaktionen zu erfahren, wenn sie ihr Trauma offenlegen.“

Wenn sich ein/e Betroffene/r dir gegenüber öffnet und erzählt, was ihr/ihm widerfahren ist, solltest du anerkennen, wie viel Mut es erfordert, über vergangene traumatische Erfahrungen zu sprechen. Betroffene haben ihren Missbrauch oft jahrelang für sich behalten. Für sie mag es einfacher sein, zu schweigen. Lass die/den Betroffene/n wissen, dass du ihren/seinen Mut schätzt, sich den Erinnerungen und Problemen zu stellen, die vielleicht schon Jahre zurückliegen. Hier sind einige Dinge, die du tun kannst, um deine/n Angehörige/n zu unterstützen.

Tun...

  • Danke ihnen, dass sie sich dir anvertraut haben.
  • Versichere ihnen, dass du für sie da bist.
  • Validiere ihre Gefühle.
  • Frage sie, was du tun kannst, um ihnen zu helfen oder sie zu unterstützen.
  • Lass sie wissen, dass der Missbrauch nicht ihre Schuld war.

Nicht tun...

  • Kritisieren, beschuldigen, beschämen oder verurteilen.
  • Den Missbrauch entschuldigen oder verharmlosen.
  • Details über den Missbrauch verlangen; sie werden es dir erzählen, wenn sie dazu bereit sind.
  • Kontrolle übernehmen und ihnen sagen, was sie tun müssen, um zu heilen.
  • Ihnen einreden, sie sollen dieses Erlebnis einfach vergessen oder darüber hinwegkommen.
  • Sie fragen, weshalb sie es dir (oder jemand anderem) nicht früher erzählt haben.

Denke daran, dass sexueller Missbrauch für Betroffene ein ernsthaftes Vertrauensproblem darstellen kann, denn in den meisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um Menschen, die der/die Betroffene kennt und denen er/sie vertraut. Die Tatsache, dass sie bereit sind, sich dir zu öffnen, zeigt, dass sie dir vertrauen. Bemühe dich darum, dieses Vertrauen aufzubauen und zu erhalten.

Dein Ziel ist es, deine/n Angehörige/n zu ermutigen, gute Entscheidungen zu treffen, die zur Heilung von vergangenem Missbrauch führen. Du kannst nicht für sie heilen, aber du kannst den Prozess des Heilens erleichtern.

Missbrauch offenlegen – eine schwierige Aufgabe

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Missbrauch offenlegen – eine schwierige Aufgabe

Stell dir vor, du trägst einen unsichtbaren Rucksack, der mit schweren Steinen gefüllt ist. Egal, was du tust - ob du einkaufst, dein Kind von der Schule abholst oder zu einem romantischen Abendessen gehst - du trägst diesen unsichtbaren Rucksack immer mit dir herum. Das Gewicht beschäftigt dich ständig und raubt dir Energie. Oft können die Menschen um dich herum dein Verhalten nicht verstehen. Warum scheinst du abgelenkt zu sein? Warum bist du die ganze Zeit müde? In deinem Kopf ist der Grund klar: Du trägst jeden Tag eine schwere Last mit dir herum.

Als Betroffene/r von sexuellem Kindesmissbrauch gibt es vielleicht Momente, in denen du das Gefühl hast, eine unsichtbare Last zu tragen. Andere können sie nicht sehen, aber sie ist für dich da und sie ist real. Irgendwann denkst du vielleicht darüber nach, anderen von deinem Missbrauch zu erzählen und das Unsichtbare sichtbar zu machen, aber der Gedanke daran kann überwältigend und beängstigend sein. Hier sind ein paar hilfreiche Tipps, die du wissen solltest.

Wenn du anderen noch nicht von deinem Missbrauch erzählt hast, bist du nicht allein

Das Verheimlichen von sexuellem Missbrauch in der Kindheit ist unter Betroffenen weit verbreitet. Eine Studie über sexuellen Missbrauch hat ergeben, dass „eine beträchtliche Anzahl von Kindern ihre Missbrauchserfahrung erst im Erwachsenenalter offenlegt“ und „ein signifikanter Anteil der betroffenen Erwachsenen nie darüber sprechen“. Eine weitere Studie ergab, dass 26 % der erwachsenen Betroffenen ihren Missbrauch bis zum Zeitpunkt der Studie nicht offengelegt hatten.1

Es gibt viele Gründe, warum Betroffene den Missbrauch nicht teilen: Sie schämen sich für das, was passiert ist, fürchten, dass der Täter sich irgendwie rächen wird, wollen ein Familienmitglied schützen und bezweifeln sogar, dass ihre Erinnerungen wahrheitsgetreu sind und der Missbrauch überhaupt stattgefunden hat.2 Leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich offenbaren, umso geringer, je jünger ein Kind zum Zeitpunkt des Missbrauchs war und je enger die Beziehung zum Täter war.1 Wenn du deinen Missbrauch nicht erzählt hast, solltest du dich nicht schlecht oder schuldig fühlen. Die Entscheidung, ob und wann du dich offenbaren sollst, ist eine Herausforderung, die alle Betroffenen bewältigen müssen.

Sich anderen anzuvertrauen ist ein komplizierter Prozess - aber es kann dir während deinem Heilungsprozess helfen

Das Offenlegen von Informationen ist in der Regel kein einfaches, einmaliges Ereignis. Es ist ein komplizierter Prozess, der in der Regel bedeutet, dass du eine Reihe von Teilinformationen preisgibst, um die Reaktionen der Personen, denen du dich anvertraust, zu testen und sicherzustellen, dass es für dich sicher ist, mehr zu sagen. Viele Betroffene beschreiben die „emotionalen und kognitiven Prozesse, die mit der Entscheidung, sich anderen anzuvertrauen, einhergehen, als überwältigend“3.

Wir wissen, dass die Vorstellung, jemandem von deinem Missbrauch zu erzählen, beängstigend sein kann. Es mag sogar unmöglich erscheinen. Aber es gibt einige potenzielle Vorteile, die dir auf deinem Weg zur Heilung zugutekommen können. Erinnerst du dich noch an den unsichtbaren Rucksack? Wenn du anderen von deinem Missbrauch erzählst, kann sich deine Last leichter anfühlen. Leute können dir besser helfen, wenn sie verstehen, was du durchmachst.

Deine Geschichte hat Kraft

Denke daran, dass deine Geschichte große Bedeutung hat, und denke daran, dass es deine Geschichte ist. Es kann von Vorteil sein, wenn du sie erzählst, aber achte darauf, dass der richtige Zeitpunkt für dich gekommen ist. Anderen von deinem Missbrauch zu erzählen, erfordert ein gewisses Maß an Verwundbarkeit, daher solltest du dir Menschen in deinem Umfeld aussuchen, denen du vertraust. Du hast keine Kontrolle darüber, wie andere Menschen auf das reagieren werden, was du ihnen erzählst, aber du kannst dir liebevolle und unterstützende Freunde und Verwandte suchen, die dich unterstützen. Letztendlich kannst nur du entscheiden, wem du davon erzählst und wieviel du preisgibst, beides sind wichtige Faktoren, über die du nachdenken solltest. Wenn du deine Geschichte überlegt und zielgerichtet teilst, öffnet sich vielleicht eine neue Tür auf deinem Heilungsprozess, wenn du die Wahrheit aus dem Dunkeln holst und ans Licht bringst.