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Gängige Plattformen, auf denen Sextortion stattfindet
Die Jugendlichen von heute knüpfen Kontakte, spielen und pflegen soziale Beziehungen auf Dutzenden von digitalen Plattformen – oft wechseln sie dabei nahtlos zwischen sozialen Medien, Spielen, Messaging-Apps und Livestreams hin und her. Diese Bereiche bieten zwar Raum für Kreativität und Austausch, schaffen aber auch Möglichkeiten für Kriminelle, die Vertrauen und Neugier ausnutzen. Sextortion beginnt häufig mit einer scheinbar harmlosen Nachricht, einer Freundschaftsanfrage oder einem Gespräch im Spiel. Indem Eltern verstehen, wo diese Strategien in der Regel ihren Anfang nehmen und wie die Täter/innen plattformübergreifend vorgehen, können sie die Risiken besser erkennen und ihren Teenagern helfen, sich mit größerer Achtsamkeit und Sicherheit im Internet zu bewegen.
Wo Sextortion-Gespräche oft beginnen
Sextortion beginnt selten mit einer offensichtlichen Drohung. Häufiger beginnt sie in alltäglichen digitalen Räumen, in denen junge Menschen ohnehin ihre Zeit verbringen – in Social-Media-Feeds, Gaming-Chats, Kommentarbereichen von Livestreams oder Messaging-Apps. Die Täter/innen suchen gezielt nach Plattformen, die es leicht machen, mit Fremden in Kontakt zu treten, schnell eine Beziehung aufzubauen und Gespräche in private Nachrichten zu verlagern. Zu verstehen, wie diese Umgebungen funktionieren – und warum sie für Kriminelle attraktiv sind –, kann Eltern helfen, zu erkennen, wo Risiken eher auftreten, und ihre Teenager dabei anzuleiten, sich in diesen Räumen sicherer zu bewegen.
Soziale Medien mit Direktnachrichtenfunktion
SPIELPLATTFORMEN UND CHAT-FUNKTIONEN
LIVESTREAMING UND VIDEOFUNKTIONEN
ANONYME NACHRICHTEN UND VERSCHLÜSSELTE APPS
Dating-Apps und Apps zum Kennenlernen neuer Leute
Was diese Plattformen so riskant macht
Auf risikoreichen Plattformen lassen sich mehrere Merkmale immer wieder beobachten. Der Direktnachrichtenaustausch mit Fremden ist der Hauptrisikofaktor – jede Plattform, die private Kommunikation zwischen Personen ermöglicht, die sich im realen Leben nicht kennen, schafft Raum für Manipulation. Durch Funktionen zum Teilen von Fotos und Videos können Täter/innen explizite Bilder versenden, um sexuelle Inhalte zu normalisieren, und betroffene Personen dazu bringen, sensibles Material zu senden, das dann als Druckmittel genutzt wird. Der Wechsel zwischen verschiedenen Plattformen ermöglicht es Kriminellen, Betroffene von der Aufsicht zu isolieren und die für sexuelle Ausbeutung erforderliche Geheimhaltung zu schaffen. Live-Video-Funktionen bieten Möglichkeiten zur Echtzeitaufzeichnung sexueller Inhalte. Anonymität und die einfache Erstellung von Konten ermöglichen es Täter/innen, ohne Verifizierung mehrere gefälschte Online-Konten anzulegen.
Die Plattform ist weniger wichtig als das Muster
Zwar kommt es auf diesen Plattformen häufig zu Fällen von Sextortion, doch ist die jeweilige Plattform weniger entscheidend als das Verhaltensmuster. Kriminelle passen sich an die Plattformen an, die junge Menschen nutzen. Wenn eine Plattform ihre Sicherheitsfunktionen verbessert, wechseln die Täter/innen einfach zu einer anderen. Deshalb erweist es sich als wirksamer, jungen Menschen beizubringen, Manipulationstaktiken zu erkennen, als zu versuchen, bestimmte Apps zu verbieten. Die Warnsignale – Fremde, die aus dem Nichts Kontakt aufnehmen, Gespräche, die schnell einen sexuellen Charakter annehmen, Druck, auf private Messaging-Apps zu wechseln, Aufforderungen zu expliziten Bildern – bleiben unabhängig davon, wo der erste Kontakt stattfindet, immer gleich.
Im Jahr 2026 gibt es eine Reihe von Plattformen, die von Online-Erpressern häufig für Sextortion-Aktivitäten genutzt werden, um junge Menschen ins Visier zu nehmen.
Warnsignale für Sextortion erkennen – unabhängig von der Plattform
Auch wenn bestimmte Apps und Plattformen in Fällen von Sextortion häufiger zum Einsatz kommen, liegt die eigentliche Gefahr in den Manipulationsmustern der Täter/innen. Kriminelle werden jungen Menschen immer dorthin folgen, wo gerade die beliebtesten Plattformen sind. Deshalb ist Aufklärung wichtiger als das Verbot bestimmter Apps. Wenn man Teenagern beibringt, Warnsignale zu erkennen – wie Fremde, die private Unterhaltungen initiieren, Aufforderungen, auf eine andere App zu wechseln, oder Druck, persönliche Bilder zu teilen –, hilft man ihnen, sicherer zu sein, egal wo sie sich online aufhalten. Durch offene Kommunikation, strenge Datenschutzeinstellungen und regelmäßige Gespräche über digitale Grenzen können Eltern ihre Kinder befähigen, Online-Räume zu genießen und gleichzeitig die bei sexueller Erpressung angewandten Taktiken zu erkennen und zu vermeiden.
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