
Von der Stille zur Stärke: Heilung von sexuellem Trauma und Akzeptanz meiner neurodivergenten Identität
Im Alter von 20 Jahren wurde ich nach unserem Date in meinem Studentenwohnheim von einem Mann sexuell ausgenutzt. Mein Heilungsprozess verlief zweigleisig. Ich erzählte Männern, mit denen ich in einer Beziehung war, von meiner Erfahrung, aber die meisten von ihnen schienen sich daran zu stören. Nur einer hatte den Mut, mir zu sagen, ich solle mir Hilfe suchen. Genau das tat ich.
Ich meldete mich für ein sechsmonatiges Programm für sexuelle Traumata an. Das hat mir sehr geholfen. Es gab mir Strategien und Wege an die Hand, wie ich mit mir selbst umgehen kann, wenn ich getriggert werde. Es zeigte mir, wie ich Grenzen in Bezug auf meinen Körper und andere Aspekte meines Lebens setzen kann. Alles schien gut zu laufen, bis derselbe Mann, der mich zur Heilung motiviert hatte, an einer Hirnverletzung starb.
Anstatt allein in meiner Trauer und meinem sexuellen Trauma zu versinken, beschloss ich, das Programm zu beenden. Ich wollte nicht, dass sein Mut umsonst gewesen war. Ich bin froh, dass ich weitergemacht habe. Ich glaube, dass es mir Kraft für die nächste Phase meiner Heilung gegeben hat.
Im Alter von 34 Jahren erhielt ich die klinische Diagnose Autismus und ADHS. Mein Autismus äußert sich in einer kindlichen Denkweise, mein ADHS in Hyperaktivität. Durch die Diagnose gewann ich mehr Selbstbewusstsein. Ich begann zu verstehen, warum ich so heftig reagierte, während meiner Erfahrungen.
Anstatt verbittert zu sein, entschied ich mich dafür, besser zu werden, indem ich mich für Menschen wie mich einsetzte. Ich tue dies durch Gedichte. Ich nutze meine Plattform für Gedichte, um mich für dieses schwierige Thema einzusetzen und das Bewusstsein dafür zu schärfen. Die Botschaften in den Gedichten stehen für Hoffnung, Heilung, Glück oder alles zusammen.
Genau die Erfahrung, über die ich nicht einmal sprechen wollte, nutze ich jetzt, um mich für diejenigen einzusetzen, die keine Stimme haben.
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