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ERFAHRUNGSBERICHTE

Leben jenseits der Schatten: Mein Weg vom Trauma zur Heilung

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Das Trauma des Missbrauchs verfolgte mich überallhin. Ich hatte Schwierigkeiten, Freunde zu finden, Menschen zu vertrauen und mich in meiner Haut wohlzufühlen. Ich war ständig nervös, schaute immer über meine Schulter und hatte immer Angst davor, was als Nächstes passieren könnte.

Als ich älter wurde, manifestierte sich das Trauma auf unterschiedliche Weise. Ich hatte mit Angstzuständen und Depressionen zu kämpfen, mit Intimität und Beziehungen. Ich wandte mich Alkohol und Drogen zu, um den Schmerz zu betäuben und den Erinnerungen zu entfliehen, die mich Tag und Nacht verfolgten.

Aber egal, wie sehr ich versuchte, davor zu fliehen, das Trauma war immer da, lauerte im Schatten und wartete darauf, mich zu überfallen, wenn ich es am wenigsten erwartete. Es prägte jeden Aspekt meines Lebens, von meiner Karriere über meine Beziehungen bis hin zu meinem Selbstwertgefühl.

Erst als ich mit über 50 eine Therapie begann, stellte ich mich dem Trauma und seinen Auswirkungen auf mein Leben. Durch jahrelange harte Arbeit und Heilung habe ich langsam begonnen, mein Selbstbewusstsein zurückzugewinnen, mein erschüttertes Selbstvertrauen wieder aufzubauen und inmitten des Schmerzes Frieden und Heilung zu finden.

Aber die Narben des Traumas werden immer ein Teil von mir bleiben. Sie haben mich auf eine Weise geprägt, die ich nie ganz verstehen oder rückgängig machen kann. Und auch wenn ich dem Schatten des Missbrauchs vielleicht nie ganz entkommen werde, lerne ich, damit zu leben, ihn als Teil meiner Geschichte, aber nicht als das bestimmende Kapitel zu akzeptieren.

Ich bin ein Betroffener, kein Opfer. Und ich werde weiter kämpfen, heilen und mich weiterentwickeln, egal wie lange es dauert. Denn ich weigere mich, mein Leben von den Traumata der Vergangenheit bestimmen zu lassen.